Ein kunterbunter Jet der China Eastern Airlines brachte uns am Morgen des 23. August 2007 von Shanghai in das kleinste der südostasiatischen Länder, Singapur. In der Haupthalle des internationalen Flughafens Changi entdeckten wir den Schalter eines Bus-Shuttles, wo wir für den bescheidenen Preis von 3,50 Euro pro Person einen Transfer zu unserem Hotel Novotel Clarke Quay buchten.

 

Das sehr komfortable Hotel steht im gleichnamigen Vergnügungsviertel am Fuße des Singapur River. Wir bekamen ein Zimmer in der 19. Etage zugewiesen, von dessen Balkon wir eine wunderbare Aussicht auf den Hafen und die Skyline des Financial District genießen konnten.

  

Unser erster Bummel führte uns am späten Nachmittag nach Chinatown. Dem sprichwörtlichen chinesischen Flair begegneten wir auf der mit roten Ballons geschmückten und teilweise überdachten Pagoda Street, in deren hübsch restaurierten Häusern neben moderne Shops auch die traditionellen chinesischen Märkte zu finden sind, wo man mal eben Medizin, getrocknete Meeresprodukte wie Haifischflossen, Seegurken und Schildkrötenpanzer, aber auch Rattan und Textilien erwerben kann. 

 

Leider fegte ein einsetzendes Gewitter die Gasse binnen Sekunden leer und nahm auch uns die Lust auf weitere Erkundungen. Vor dem Regen Schutz suchend kam uns gerade eine Art Großgarküche recht, wo an verschiedenen Ständen Speisen aller Art zubereitet werden. Sonderlich einladend war dieser Platz allerdings nicht, denn Tische wie Fußboden schienen von der gleichen klebrigen Substanz überzogen zu sein. In Anbetracht des Wetters blieben uns aber nicht allzu viele Alternativen.

 

Also bestellte sich jeder, wonach ihm/ihr gerade war. Bettina wählte sich ein Nudelgericht, während Mario sich Muscheln bestellte. Erstaunlicher Weise war alles oberlecker.

  

2. Tag

 

Nachdem wir das Frühstücksbuffet des Novotel Clarke Quay geplündert hatten, steuerten wir gegen 10 Uhr die nächste Metro-Station an und fuhren zunächst in das an der Rochor Canal Road gelegene Sim Lim Tower Center, einem Home Entertainment-Kaufhaus.

 

Seit unserem letzten Besuch in Singapur sind über 10 Jahre ins Land gegangen und natürlich hat sich seitdem einiges geändert. Singapur war damals die sauberste Stadt der Welt. Das dem heute noch so ist, dürfte bezweifelt werden.

Und Singapur war für uns Deutsche eine Multimedia-Oase. Es gehörte einfach dazu, sich in Singapur einen der hypermodernen Elektronikartikel zuzulegen.

So kauften wir uns damals so ein ultrageiles Teil von Camcorder, dessen Novum ein ausklappbares Displays war. So modern, dass es noch ganze zwei Jahre dauerte, bis ein ähnliches Gerät auf dem deutschen Markt erhältlich war. Preislich blieb es unerreicht.

 

Somit stand schon in der Planungsphase dieser Reise fest, dass in Singapur ein neuer Camcorder fällig wird.

Wir steuerten also das Sim Lim Tower Center an, in dem sich die Sony-Niederlassung befindet und waren Anbetracht der Preise schnell ernüchtert. Da war nix mehr von Preisvorteil gegenüber den heimischen Markt. Zumindest nicht in der Größenordnung, dass sich ein Kauf unter Berücksichtigung etwaiger Garantieansprüche lohnen würde.

 

Unverrichteter Dinge verließen wir also das Kaufhaus, machten uns aber dessen Lage zu nutze. Wie befinden uns in Little India und nur wenige Gehminuten entfernt steht die größte Moschee Singapurs. Die Masjid Sultan Moschee, benannt nach dem ersten Sultan Singapurs, wurde 1928 erbaut. Die riesige goldene Kuppel besitzt eine besondere Eigenschaft. Das Fundament der Kuppel besteht aus Glasflaschen.

 

Der Zutritt ist Nicht-Mulimen nur in den Vorraum der Moschee gestattet. Dabei sind geeignete (lange) Kleidung und ausgezogenen Schuhe Voraussetzung. Der 34 Grad in Singapur wegen mit kurzen Hosen bekleidet, sind wir ohnehin nicht davon ausgegangen, die Moschee zu besichtigen.

 

So schlenderten wir ein wenig auf der Arab Street, dem muslimischen Zentrum Singapurs. Die Palette der Waren in den umliegenden Geschäften sind ausgesprochen vielfältig und reichen von orientalischem Schmuck und Kleider bis hin zu Teppichen, wobei der Gehsteig voll als Verkaufsfläche vereinnahmt wird und so die Charakteristik eines Basars entsteht.

 

In der Serangoon Street stießen wir auf den Sri Veeramakaliamamman Temple, einem der ältesten Temple in Singapur. Im Innenhof des Tempels, so zumindest ist es auf der offiziellen Homepage des Tempels zu lesen, befinden sich mehrere Schreine, welche um Statuen indischer Gottheiten errichtet wurden.

 

Wir indes bekamen keinen der Schreine zu Gesicht, da die Tore des Tempels verriegelt und verrammelt waren. So blieb uns nur die unzähligen Figuren des Eingangsportals und der die Tempelmauern überragenden Kuppeln zu bestaunen, deren Hintergrund jedoch auch auf des Tempels Homepage nicht so recht hervorgeht. 

 

Auf Bettinas Initiative und unter leichtem Protest von Mario ging es zur nächsten Metro-Station, wo wir mit der grünen Linie 2 zur Endhaltestelle Boon Lay fuhren, um von dort mit dem Bus der Linie 194 (alternativ 251) zum Jurong Bird Park zu gelangen. Ganz einverstanden war Mario nicht, den Nachmittag als Hobby-Ornithologe zu verbringen, aber sehr schnell musste er erkennen, das der Besuch dieses Parks ein Glücksgriff war und den bis dato eher schleppenden Tag ungemein bereicherte.

 

20 Hektar umfasst der Vogelpark, der neben 9000 Vögeln aus rund 600 Vogelarten vor allem Ruhe und Erholung bereithält. Anders als im Zoo bietet der Park begehbare Volieren, von den zwei ganz besonders sehenswert waren. Highlight der rund 20.000 m² großen Wasserfall-Voliere ist, wie der Name schon sagt, ein künstlicher 30 m hoher Wasserfall. Zudem leben in der Voliere mehr als 1500 Vögel aus 60 verschiedenen Vogelarten.

 

Ganz besonders aber hat uns Lory Loft gefallen, eine 3000 m² große und 9 Stockwerke hohe Voliere, in der über 1000 Lories (aus der Gattung der Papageienvögel) leben. Die Voliere lässt sich über Hängebrücken erkunden, sodass man den kunterbunten und so schnuckeligen Lories auf Tuchfühlung kommt. Wenn der Park nicht bereits um 18 Uhr seine Pforten geschlossen hätte, wir wären Stunden geblieben, zumal wir die einzigen Gäste in der Voliere waren und dieses kleine Paradies ungestört genießen konnten.

 

3. Tag

 

Ihren multikulturellen Höhepunkt findet Singapur in der Waterloo Street. Wohl nirgendwo anders stehen Religionshäuser so nah beieinander.

 

Es beginnt mit der 1878 erbauten Maghain Aboth Synagoge, in der regelmäßig Gottesdienste für die kleine jüdische Gemeinde Singapurs stattfinden. Quasi vis-a-vis steht die Kirche St. Peter und Paul, die 1870 von der chinesischen katholischen Mission für alle chinesischen Dialektgruppen sowie für Katholiken indischer Herkunft gebaut wurde.

Etwas weiter folgt dann der ebenfalls um 1870 erbaute, hinduistisch orientierte Sri Krishnan Tempel, in dem wir zwar nicht fotografieren durften, aber dennoch den Gläubigen beim Gebet zusehen. Dabei war zu beobachten, dass sich die Personen zu ihrem Gebet eine große Anzahl von Stäbchen holten, mit diesen barfuss auf einem Teppich Platz nahmen und die Stäbchen solange schüttelten, bis eines von ihnen herunterfiel.

 

Einer Passantin muss unser ungläubiger Blick aufgefallen sein. Sie gesellte sich zu uns und wies uns in das Ritual des Gebets ein. Demnach hat es mit den Stäbchen den Hintergrund, dass jedes dieser Stäbchen eine Aufschrift enthält, die des richtigen Weges und die des falschen.

 

Auf dies Weise holen sich die Leute Rat. Kommen sie mit einer Frage, z.B. ob dieses Haus gekauft werden soll, oder ob man Gesund bleibt oder Glück mit der Auswahl des Partners hat, etc., so werden die Stäbchen solange geschüttelt, bis eines herunterfällt. Dieses auf den Boden gefallene Stäbchen enthält dann die Antwort auf die Frage. Allerdings, so sagte sie uns, wird auch gern geschummelt. Fällt ein Stäbchen mit einer Antwort herunter, mit der man gar nicht einverstanden ist, wird es schon mal heimlich aufgehoben und den anderen Stäbchen erneut untergemischt.

 

Die Gläubigen bedanken sich mit einer Lotusblume bei ihrem Buddha, was die vielen Blumenstände rund um den Tempel erklären dürfte, und spenden erstaunlich viel Geld.

 

Gleich nebenan, ein paar Schritte entfernt, steht schließlich noch der Kwan Im Thong Hood Cho Tempel, ein populärer buddhistischer Tempel der Guanyin, der Göttin des Mitgefühls. Leider war dessen beschauliche Fassade hinter hässlichen, Schatten spendenden Planen verborgen. Die Plane versperrte uns auch die Sicht auf das Innere des Tempels, in dem gerade ein Gottesdienst stattfand, bei dem mit offenem Feuer hantiert wurde.

 

Der Nachmittag wurde zum Girls-Day ernannt. Und wie sieht das Programm an einem Girls-Day aus? Richtig, Shopping.

 

Wer in Singapur Shoppen geht, kommt an der Orchard Road nicht vorbei. Hier zentriert sich die gesamte Einkaufswelt. Hier erfährt man, was im Trend liegt und wie sich die Mode in Zukunft entwickeln wird. Hier schlägt das Herz der modernen Frau höher. Hier driften die Meinungen der Pärchen gnadenlos auseinander. So auch bei uns. Was Mario später dank Bettina als Extrem-Shopping bezeichnet, wird Bettina dank Mario Extrem-Jogging nennen, bei dem ja kaum Zeit blieb, mal etwas anzuschauen.   

 

So verloren wir beide recht schnell das Interesse an der Orchard Road. Von der gleichnamigen Metrostation, welche sich am Fuße des als Pagode entworfenen Marriott-Hotels befindet, fuhren wir zum Raffles Place, dessen Station sich quasi im Zentrum des Financial District befindet, also mitten in der Ansammlung von Wolkenkratzern, die Singapurs Skyline prägen. 

 

Ein paar hundert Metern entfernt, direkt an der Esplanade Bridge, stößt man auf eine 8½ m hohe Statue in Form eines Löwenkopfes mit Fischkörper, der sich auf einer Schaumkrone erhebt. Diese Statue trägt den Namen Merlion und avanciert seit ihrer Entstehung im Jahre 1964 zum weltweiten Wahrzeichen Singapurs. Entsprechend groß ist der Andrang davor. Touristen aus aller Welt bannen das Wahrzeichen mit Singapurs Skyline im Hintergrund auf Zelluloid, oder moderner ausgedrückt auf die Speicherkarten ihrer Kameras.

 

Den Abend beschlossen wir mit einem Spaziergang durch das unmittelbar vor dem Hotel beginnende Vergnügungsviertel. Auf der am Südufer des Singapur Rivers liegenden, teilweise überdachten Partymeile trifft man auf liebevoll restaurierte Ladenhäuser, vor deren Kulisse sich zahlreiche Straßenrestaurants und Bars tummeln. Was äußerst lieblich anzuschauen ist, nervt bei näherer Betrachtung, wenn man alle zwei Meter aufgeschlagenen Speisekarten vor die Nase gehalten bekommt und so zu einem Abendessen animiert wird. Die Restaurants bieten gehobene Gastronomie und entsprechend abgehoben sind auch deren Preise. Einfache Gerichte starten 20 Euro, ein Krabben-Gericht kostet auch schon mal 99 Euro.

 

4. Tag

 

Mit unseren Badesachen im Gepäck fuhren wir mit der Metro zu der nur 3 Stopps entfernten Station „Harbour Front“, von wo uns eine Monorail-Bahn auf die vor Sinpapur liegende Insel Sentosa brachte.

 

Einstmals britischer Militärstützpunkt stellt Sentosa Island heute mit vielen Gärten und zahlreichen Vergnügungsmöglichkeiten ein Naherholungsgebiet für die Bevölkerung Singapurs dar.

 

Obwohl sich die Sonne nur sporadisch blicken ließ, beflügelte uns das heiße Klima, die Sehenswürdigkeiten der Insel außen vor zu lassen und stattdessen direkt den weißen Sandstrand von Siloso anzusteuern, wo wir uns nahe einer Palme niederließen, die uns Schatten spenden sollte, falls sich die Sonne doch noch für längere Zeit blicken lassen sollte. 

 

Bis zum frühen Nachmittag verordneten wir uns Faulenzerstimmung, dessen einzige Aktivitäten in Baden und Pigmente haschen bestand. Als sich die Bewölkung doch noch etwas auflockerte und die Sonne häufiger zum Vorschein kam, war unser schattiger Platz unter der Palme bereits von einer Gruppe Araber vereinnahmt. Obwohl gänzlich ausgeschlossen war, dass die im weißen Dischdasch und mit Kufiya, dem von Männern getragenen Kopftuch, bekleideten Herren sich der Gefahr eines Sonnenbrandes aussetzten, war an ein baldiges Räumen des Schattenplatzes nicht zu denken.

 

Als der Strand dann noch von den zahlreichen Mitarbeitern eines Firmenausflugs der Firma Dell für diverse Spiele vereinnahmt wurde, war es an der Zeit zum Aufbrechen. Und das war verdammt gut so. Innerhalb der nächsten Stunde verfärbten sich unsere Körper puterrot. Obwohl sich die Sonne meistens bedeckt hinter einer Wolkendecke hielt, haben wir uns einen mörderischen Sonnenbrand eingehandelt.

 

Da an Baden nun nicht mehr zu denken war, bummelten wir zu der 37 m hohen Merlion-Statue, der größten aller in Singapur verteilten Wahrzeichen. Für den Eintrittspreis von 8 S$, was etwa 3,85 Euro entspricht, fuhren wir mit einem Lift bis zu einer Aussichtsplattform auf dem Kopf der Statue. 

 

Am Nachmittag setzten wir uns auf die Terrasse eines Kaffees, wo wir Platz unter einem großen Sonnenschirm fanden. Der Platz war in doppelter Hinsicht ein Glücksgriff, denn der Schirm bot nicht nur Schatten sondern schützte uns vor dem einsetzenden Regen, der uns die nächsten 90 Minuten im Kaffee gefangen hielt. 

 

Den Abend beendeten wir mit dem Besuch der Show "Songs of the Sea". Vor der 120 m langen Kulisse eines Kelong (Malaiisch:Fischerdorf) erlebt man eine Mischung aus Wasser-/Lichtshow untermalt mit Laser- und pyrotechnischen Effekten. Bis zu 40 m hohe Fontainen werden als Bildschirm für Laseranimationen genutzt, wobei rund um das Fischerdorf im Takt zur Musik Feuerbälle bis zu 20 m in die Höhe schnellen. Sehr unterhaltsam.

 

5. Tag

 

Die hinter uns liegende Nacht war ein Erlebnis. Jede Bewegung versetzte der Haut einen Stich, so gnadenlos verbrannt haben wir uns.

 

Am Vormittag schipperten wir mit einem Boot über den Singapur River. Die Fahrt dauerte 35 Minuten und war recht ereignislos. Einzig erwähnenswerte Sehenswürdigkeit war die 8½ m hohe Merlin-Statue an der Esplanade Bridge, die wir bereits zwei Tage zuvor schon besucht haben. Da die Tickets im Werte von 12,90 S$ vom Hotel spendiert wurden, brauchen wir uns aber nicht zu beschweren.

 

Der Nachmittag war für den Besuch des Chinesischen Gartens reserviert. Mit der Metro fuhren wir zur gleichnamigen Station „Chinese Garden“ und standen kurze Zeit später vor den verschlossenen Toren des Parks. Im Zuge der Vorbereitungen eines großen Lampionumzuges blieb der Chinesische Garten geschlossen. Aus genau demselben Grund blieb auch der benachbarte Japanische Garten für den Besucherverkehr geschlossen. Uns blieb nur ein Spaziergang am Jurong Lake, bevor wir uns ins Hotel zurückzogen und uns an das Packen unserer Koffer machten.

 

Für unser letztes Abendessen wählten wir ein Restaurant in Hotelnähe, dessen erster Eindruck uns das Flair einer Bahnhofskneipe vermittelte. Das änderte sich aber schlagartig mit Betreten des Restaurants. Ganze 3 Kellner standen an unserem Tisch bereit. Zwei schoben für uns die Stühle zu Recht, der dritte legte uns Servietten in den Schoss. Wie der Service, so das Essen. Sehr vornehm, fast überschaubar, aber sehr lecker.

Die ganze Zeit über war der Service sehr aufmerksam, fast schon unbehaglich. Als wir nach dem Essen dann noch zu unserer Zufriedenheit befragt wurden, erfuhren wir den Grund für diesen Aufwand. Unverhofft sind wir in einem Ausbildungsrestaurant gelandet, wo nicht nur Kellner sondern auch Bardamen oder Köche ausgebildet werden. So erklärt sich auch das viele Personal und die in keinem Verhältnis dazu stehenden moderaten Preise. Uns war’s Recht. 

 

6. Tag

 

Um 7 Uhr wartete ein Taxi vor dem Hotel, das uns zum Flughafen brachte. Gegen 10 Uhr verließen wir Singapur zunächst in Richtung Shanghai, wo wir nach einem 8stündigen Aufenthalt heimwärts reisten.

 

Uns kam es nicht andeutungsweise in den Sinn, den 8stündigen Aufenthalt am Flughafen zu verbringen. Unser China-Visum erlaubte uns aber nur eine einmalige Einreise, aber in einem Reiseführer haben wir gelesen, dass für Transitreisende eine Einreise auch ohne Visum möglich ist, wenn sie im Besitz eines Tickets sind, dass die Weiterreise noch am selben Tag bestätigt.

 

Um die Koffer, die in Singapur bis Deutschland eingecheckt wurden, brauchten wir uns nicht zu sorgen. Einzig unser Handgepäck war uns hinderlich. Am Flughafen fanden wir eine Gepäckaufbewahrung, wo wir unsere Taschen verstauten und für die erste Stunde umgerechnet 50 Cent bezahlten. Bei der voraussichtlichen Aufbewahrungszeit wussten wir, dass wir bei Abholung noch einmal umgerechnet 50  Cent zu zahlen hatten.

 

Mutig stellten wir uns in die Schlange der Einreisenden und legten unsere Pässe dem Grenzbeamten vor, dessen Blick sich Anbetracht des fehlenden Visums merklich verdunkelte. Unbehaglich wurde uns, als er mit unseren Pässen in ein Hinterzimmer verschwand. Unser Unbehagen komprimierte sich, als der Grenzbeamte ohne Pässe zurückkam und uns aufforderte, ihm zu folgen. Verdammt.

 

Wir wurden zu einem hoch dekorierten Vorgesetzten geführt, der uns über den Rand seiner Brille schräg anschaute, einen Stempel in unsere Pässe drückte und uns einen schönen Tag wünschte. Boah, was für´n Stress.

 

Mit dem Transrapid ging es wieder Richtung Innenstadt, wo wir die uns verbleibende Zeit zu einem Spaziergang am Bund mit der schönen Aussicht auf Pudong´s Skyline und zu einem Bummel über die Nanjing Road nutzten. 

 

Gegen 18 Uhr fuhren wir ein letztes Mal mit dem Transrapid zum Flughafen, wo wir uns für unser Abendessen ein Restaurant in der Galerie suchten. Knapp eine Stunde vor Abflug orderten wir die Rechnung und bezahlten diese mit unseren restlichen Yuan, wobei alles, was dann noch an chinesischem Geld übrig blieb, als Trinkgeld übergeben wurde.

 

Auf dem Weg zur Gepäckaufbewahrung traf es uns dann wie ein Blitz. Für das Abholen unserer Taschen mussten wir noch die umgerechnet 50 Cent bezahlen. Alles an chinesischem Geld übergaben wir aber der Bedienung im Restaurant. Jetzt hinzurennen und diese um 5 Yuan anzubetteln kam nicht in Frage.

Wir versuchten den Angestellten der Gepäckaufbewahrung zur Annahme eines Euros zu überreden, was dieser aber kategorisch ablehnte. Also hetzten wir zu einer Wechselstube, wo das alles andere als sympathische Kerlchen von Banker die Annahme von Hartgeld verweigerte. Nicht mal der Deal 1 Euro gegen 5 Yuan klappte. Es war nicht möglich, an lächerlichen 5 Yuan zu gelangen.

 

Entgeistert verbrachten wir die letzten Minuten in Shanghai genauso, wie die ersten, nämlich an einem Geldautomaten, wo die kleinste verfügbare Menge an Bargeld 100 Yuan, also 10 Euro war.

Mit reichlich Yuan in der Tasche lösten wir unser Gepäck aus, gingen durch den Zoll und verließen kurz vor Mitternacht Shanghai in Richtung Frankfurt.

 

 

 

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